Fakt 1: Jordanien führte 1970 Krieg gegen die PLO
„Schwarzer September“ war keine israelische, sondern eine jordanisch-palästinensische Konfrontation. Britannica beschreibt, dass die PLO in Jordanien militärisch zerschlagen und aus dem Land gedrängt wurde; die Zahl der Toten wird je nach Quelle auf 1.000 bis 5.000 geschätzt.
Quelle: Britannica – Palestine: Resurgence of Palestinian identity
Staatsräson vor PalästinaFakt 2: Ägyptens Grenze zu Gaza war nie einfach „offen“
Die Rafah-Frage ist komplexer als ein Slogan. Nach der israelischen Eroberung der palästinensischen Seite im Mai 2024 blieb der Übergang lange faktisch blockiert; erst im Februar 2026 gab es eine stark begrenzte Wiederöffnung für medizinische Fälle und Rückkehrer unter strenger Aufsicht.
Quelle: AP, 2. Februar 2026 · Washington Post, 2. Februar 2026
Solidarität mit SicherheitsklauselnFakt 3: Normalisierung lief weiter, obwohl Palästina ungelöst blieb
Die Abraham Accords normalisierten seit 2020 die Beziehungen Israels zu mehreren arabischen Staaten, ohne dass ein palästinensischer Staat entstand. Selbst Britannica beschreibt offen, dass arabische Staaten die Palästina-Frage dort zurückstellten, wo eigene Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen überwogen.
Quelle: Britannica – Abraham Accords
Regionale Prioritäten verschobenDie saubere Formulierung
„Verrat“ ist als politischer Vorwurf verständlich, aber als Website-Text zu grob. Belastbarer ist: Viele arabische Regierungen haben die Palästina-Frage immer wieder rhetorisch verteidigt, sie praktisch aber häufig ihren eigenen Sicherheits-, Regime- oder Normalisierungsinteressen untergeordnet.
Fazit
Die Palästina-Frage wurde nicht nur von Israel und dem Westen geprägt. Auch in der arabischen Staatenwelt gab es wiederholt eine Kluft zwischen öffentlicher Rhetorik und tatsächlichem Handeln. Genau diese Kluft gehört zur ehrlichen Gesamtanalyse dazu.