Palästinensische Autonomiebehörde (PA)
Regiert das Westjordanland · Fatah-geführt
Was sie sagt
Widerstand gegen Israel. Für einen palästinensischen Staat. Gegen Besatzung.
Was sie tut
Kooperiert täglich mit israelischen Sicherheitskräften. Gibt Informationen über Hamas-Mitglieder weiter, die zu deren Verhaftung führen.
Die von der Fatah dominierte PA nutzt das System immer wieder, um Informationen über oppositionelle Politiker – oftmals jene der Hamas – an Israel weiterzugeben, was häufig zu deren Festnahmen durch israelische Sicherheitskräfte führt. In der palästinensischen Gesellschaft wird die PA deshalb zunehmend als Kollaborateurin wahrgenommen.
Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung – Sicherheitsapparat ohne Gewaltmonopol (2021)
Katar
Größter Hamas-Sponsor · Vermittler zwischen allen Seiten
Was Katar sagt
Solidarität mit Palästina. Finanzierung von Hamas als „Widerstandsbewegung". Gaza-Unterstützung.
Was Katar tut
Ließ in den 1990ern eine israelische Handelsvertretung in Doha zu. Koordiniert mit Israel den Wiederaufbau. Vermittelt Geiseldeals.
Katar ist der wichtigste Geldgeber der Hamas – und gleichzeitig unverzichtbarer Vermittler für Israel. Nach dem Gaza-Krieg 2014 kamen sowohl Israel als auch Katar zum Schluss, dass ein Wiederaufbau nötig ist. Katar finanzierte diesen entscheidend mit. Hamas-Führer wohnen in Doha-Fünfsternehotels – Katar bleibt Gesprächspartner Israels.
Netanjahu – die pikanteste Ironie
Israelischer Premierminister · Erzfeind der Hamas?
Offizielle Linie
Hamas bekämpfen. Terror eliminieren. Gaza stabilisieren.
Was er tat
Genehmigte ab 2018 wiederholt Qatari-Bargeldtransfers nach Gaza – offiziell zur Stabilisierung der Lage.
Belastbar dokumentiert ist, dass Netanjahu Qatari-Bargeldtransfers nach Gaza zuließ und diese Politik verteidigte. Die politische Bewertung dahinter bleibt umstritten, widerspricht aber klar der Vorstellung eines durchgehend kompromisslosen Anti-Hamas-Kurses.
Saudi-Arabien
Jahrzehntelang Israels lautester Feind
Öffentlich
Palästina-Solidarität. Keine Normalisierung ohne palästinensischen Staat. Jahrzehntelange anti-israelische Rhetorik.
Hinter den Kulissen
Geheimdienstlicher Austausch seit Jahren. Gemeinsame Marineübungen mit Israel. Öffnung des Luftraums für israelische Flüge (2022).
Der geheimdienstliche und diplomatische Austausch zwischen Israel und Saudi-Arabien ist angesichts ähnlicher Bedrohungswahrnehmungen – insbesondere hinsichtlich der nuklearen Bedrohung durch den Iran – seit Jahren viel enger als öffentlich anerkannt wird. Saudi-Arabien und Oman nahmen sogar gemeinsam mit Israel an einer US-geführten Marineübung teil.
Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung – Saudi-Arabien: Nach Iran nun Israel? (2023) · Reuters – Marineübung 2022 · Reuters – Luftraumöffnung 2022
Der direkte Vergleich
| Akteur | Öffentliche Position | Tatsächliche Kooperation | Status |
|---|---|---|---|
| Türkei | Gegen Israel, für Palästina | Rüstung bis 2010, Handel bis 2024 | Beendet 2024 |
| PA (Palästina) | Widerstand gegen Israel | Tägliche Sicherheitskooperation | Läuft noch |
| Katar | Hamas-Unterstützer | Vermittler, Handelsvertretung | Läuft noch |
| Saudi-Arabien | Pro-Palästina Rhetorik | Geheimdienstkooperation | Im Verborgenen |
| VAE / Bahrain | Früher pro-Palästina | Abraham-Abkommen 2020 | Offiziell normalisiert |
| Türkei (heute) | Gegen Israel | Handelsstopp 2024, Häfen/Luftraum 2025, wiederholte Vorwürfe gegen Mossad-Netzwerke | Konsequentester Bruch |
Das große Fazit
Das Originalbild zeigt auf die Türkei und nennt sie Heuchler. Aber die eigentlichen Widersprüche liegen breiter: bei der PA mit täglicher Sicherheitskooperation, bei Katar als Hamas-Sponsor und Vermittler, bei Saudi-Arabien mit stiller Annäherung und bei Netanjahu, der Qatari-Geldtransfers nach Gaza zuließ. Ankara ging mit Handelsstopp und späteren Transportbeschränkungen deutlich weiter als viele andere Staaten.