Transparenz

Methodik

Wie diese Seite arbeitet: welche Quellen zählen, wie Aussagen bewertet werden, welche Sprache erlaubt ist und wie Korrekturen gehandhabt werden.

Warum diese Seite existiert

NahostFakten ist kein allgemeiner Nahost-Blog. Die Seite prüft einen konkreten viralen Post mit vier Behauptungen über Türkei und Israel. Der Anspruch: was ist durch belastbare Quellen gedeckt, was ist Übertreibung, was ist falsch datiert? Kein mehr, kein weniger.


Quellen

Quellenhierarchie

Nicht alle Quellen sind gleich belastbar. Diese Hierarchie legt fest, wie stark eine Quelle eine Aussage trägt.

1

Primärquellen — stärkste Grundlage

Offizielle Stellen (UN-Dokumente, MFA-Pressemitteilungen, ICJ/ICC-Entscheidungen), Vertragsregister (SIPRI), Parlamentsprotokolle. Diese Quellen belegen, was offiziell erklärt oder entschieden wurde.

2

Nachrichtenagenturen — zweite Ebene

Reuters, AP, AFP für aktuelle Ereignisse. Hier gilt: mehrere unabhängige Meldungen stärken die Aussage. Einzelberichte ohne Bestätigung werden als solche gekennzeichnet.

3

Fachanalysen — Einordnung und Kontext

Think-Tanks (SIPRI, Jamestown, ICG), akademische Quellen, Fachmedien mit nachvollziehbarer Methodik. Werden genutzt für Kontext, nicht als Ersatz für Primärquellen.

4

Medien und Sekundärquellen — mit Vorsicht

Regionale Medien, Einzelberichte, Hintergrundstücke. Nur verwendet, wenn Primär- oder Agenturquellen nicht verfügbar sind, und dann als solche kenntlich gemacht.


Bewertungen

Bewertungslegende

Jede Hauptaussage bekommt eine der vier Bewertungen. Die Kriterien sind fest definiert.

Falsch datiert / Falsch

Die Aussage ist sachlich falsch oder in einem entscheidenden Punkt so falsch eingeordnet, dass sie irreführend ist. Beispiel: "Militärallianz seit 1949" — der Kern stimmt nicht.

Teilweise richtig

Ein historisch echter Kern, aber entscheidend vereinfacht, veraltet oder ohne nötige Einschränkung präsentiert. Beispiel: Rüstungskooperation — real, aber alter Bestand ≠ neue Militärnähe.

Belastbar

Die Aussage ist durch Primär- und Agenturquellen gestützt und nicht durch neuere Daten widerlegt. Einschränkungen werden genannt.

Unklar / schwach belegt

Die Quellenlage ist zu dünn, widersprüchlich oder nicht öffentlich nachprüfbar, um eine zuverlässige Bewertung zu geben. Die Unsicherheit wird explizit gemacht.


Sprache

Sprachregeln

Klare Regeln für Formulierungen sorgen dafür, dass die Seite nicht mehr behauptet als die Quellen tragen.

Keine Totalbehauptungen ohne vollständige Belegkette

Statt „bewiesen keine Kooperation": „Öffentlich liegt keine belastbare Belegkette vor." Die Quellen belegen, was öffentlich sichtbar ist — nicht was hinter geschlossenen Türen passiert.

Behauptung, Kontext und Bewertung getrennt halten

Erst kommt die geprüfte Behauptung, dann der Kontext aus Primärquellen, dann das Urteil. Kein Vermischen von Faktenebene und Deutungsebene.

Unsicherheiten explizit benennen

Wenn etwas schwach belegt ist, steht das im Text. „Nicht öffentlich bestätigt", „nur aus einer Quelle", „umstrittene Einschätzung" — diese Formulierungen sind keine Schwäche, sondern methodische Ehrlichkeit.

Veraltete Daten kennzeichnen

Informationen, die aus der Zeit vor 2020 stammen und seitdem keine aktualisierten Belege haben, werden mit Jahr und Kontext versehen. Kein Vermischen von historischen und aktuellen Lagen.

Kein nationalistisches Overclaiming

Die Seite zeigt, wo Behauptungen über die Türkei falsch oder übertrieben sind. Sie macht daraus keine Gegenpropaganda. Fehler werden in alle Richtungen gleich bewertet.

Staat, Regierung, Organisation und Ethnie sauber trennen

Türkische Regierung / Ankara ≠ Türken als Volk. Israelische Regierung / israelische Behörden ≠ Juden oder Israelis allgemein. Hamas ≠ Palästinenser. PKK ≠ Kurden. Marokkanische Behörden / Sicherheitskräfte ≠ Marokkaner. Polisario / SADR ≠ alle Sahrauis. Kritik an einer Regierung oder Organisation ist keine Aussage über das jeweilige Volk.


Korrekturen

Korrekturpolitik

Fehler passieren. Der Umgang damit ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Seite.

Was als Korrektur zählt

Eine Korrektur ist nötig, wenn eine Aussage sachlich falsch ist und sich das durch neue oder bisher übersehene belastbare Quellen belegen lässt. Eine andere Interpretation derselben Fakten ist keine Korrektur. Auch: politische Gegenargumente, die keine neuen Quellen bringen, ändern die Bewertung nicht.

Wie Korrekturen gehandhabt werden

Korrekturen werden direkt im betroffenen Abschnitt vorgenommen, nicht als separate Errata-Seite. Die korrigierte Passage wird mit einem kurzen Hinweis versehen ("Aktualisiert: [Monat Jahr] nach Hinweis auf …"). Falsche Aussagen werden nicht einfach gelöscht, sondern durch die korrekte Aussage ersetzt und die Änderung kenntlich gemacht.

Korrekturhinweis einreichen Wenn du einen konkreten Fehler mit belastbarer Quelle gefunden hast: korrektur@nahostfakten.de. Bitte Quelle, betroffene Stelle und die korrekte Information nennen.

Transparenz

Was diese Seite nicht ist

Klare Abgrenzung, um Missverständnisse zu vermeiden.

Keine offizielle oder staatlich geförderte Quelle

NahostFakten hat keine institutionelle Verbindung zu einem Staat, einer Partei oder einer Interessengruppe. Die Seite ist privat betrieben.

Kein Anspruch auf vollständige Darstellung des Konflikts

Die Seite prüft einen konkreten Post mit vier Behauptungen. Sie ist kein Überblick über den gesamten israelisch-palästinensischen Konflikt und erhebt diesen Anspruch auch nicht.

Kein Ersatz für eigenständige Recherche

Alle Quellen sind direkt verlinkt. Die Seite soll zum eigenständigen Nachprüfen einladen, nicht zur unkritischen Übernahme ihrer Bewertungen.